Frank Farrelly (1931-2013) war gebürtiger Amerikaner mit irischer Abstammung (daher die Betonung seines Nachnamens auf der ersten Silbe!). Er hatte einen Master Degree der Catholic University und war Mitglied der Academy of Certified Social Workers in Madison/Wisconsin und war viele Jahre Professor an der Universität von Wisconsin. Er entwickelte die Provokative Therapie (PT) bereits Anfang der Sechzigerjahre während eines Projekts von Carl Rogers, dessen Mitarbeiter er war.


Frank Farrelly als Kind mit der ganzen Familie

Farrelly praktizierte die PT seither sowohl in freier Praxis als auch am Mental Health Hospital in Madison, wo er fast zwanzig Jahre lang mit chronisch Schizophrenen und Depressiven, mit Drogenabhängigen und kriminellen Psychopathen arbeitete. Bei ihm gingen Humor und Provokation mit Empathie und Wohlwollen Hand in Hand. Es gelang ihm, viele hoffnungslose Fälle aus der geschlossenen Abteilung der psychiatrischen Klinik „hinauszuprovozieren“ und er erreichte, dass sie außerhalb der Klinik selbständig leben und arbeiten konnten. Über seine Arbeit in der Psychiatrie hat er zwei Fachartikel veröffentlicht, die Sie in deutscher Übersetzung hier auf unserer Website finden und lesen können. Sie sind auch für Nicht-Psychiater sehr lehrreich!

Farrelly bildete jahrzehntelang Therapeuten in aller Welt aus. Er veranstaltete Workshops in den USA, in ganz Europa, in Russland, Australien, Neuseeland und auf den Philippinen. Sein Buch Provocative Therapy liegt in deutscher, italienischer, französischer, russischer und polnischer Übersetzung vor. Die amerikanische Originalausgabe ist beim DIP erhältlich. Sein Buch Me and God ist in der Originalausgabe ebenfalls über das DIP erhältlich.

Frank Farrelly hat die Gründung des DIP 1988 wohlwollend unterstützt. Er war unser Mentor und Lehrer seit 1985 und war von 1988 bis 2011 mehrfach jährlich als Referent für das DIP tätig. Seine Workshops waren legendär und bleiben unvergessen. Ein kompletter Workshopmitschnitt ist im DIP erhältlich.

2011 zog Farrelly sich aus Altersgründen ganz aus der Workshoparbeit zurück. Am 10.2.2013 ist er friedlich gestorben.

Er lebt weiter in seinem Lebenswerk und bleibt im Geiste bei uns.

Frank: Danke!

Nachruf von Noni Höfner

Noni Höfner und Frank Farrelly

Charlotte Cordes und Frank Farrelly
(in den 80er Jahren)